Günther Förg

"Canto II"
Lot ID
Los 614
Künstler
Günther Förg
1952 Füssen - Freiburg i. Br. 2013
Weitere Informationen
Das Werk ist im Archiv Günther Förg unter der Nummer WVF.90.C.0666 registriert. Wir danken Herrn Michael Neff vom Estate Günther Förg für die freundliche Bestätigung der Authentizität dieser Arbeit.
Ausstellung
Günther Förg - Große Zeichnungen. Galerie Capitain, Köln 1990, farb. Abb. S. 131;
Günther Förg, Museum Fridericianum, Stuttgart 1990, farb. Abb. S. 121.
Provenienz
Edition Julie Sylvester, New York;
Christie's, South Kensington: Monday 5.12.2005, Los 84;
Privatsammlung, USA;
Dallas Auction Gallery, 2.10.2013, Los 91;
Privatsammlung, Belgien.
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Beschreibung
• Frühes Werk aus der wichtigen Werkserie der "Gitterbilder"
• Förg ist einer der profiliertesten Künstler unserer Zeit, sein Nachlass wird von der Galerie Hauser & Wirth vertreten
• Förg ist mit Werken in zahlreichen internationalen Museen, u. a. dem Museum of Modern Art, New York, dem Stedelijk Museum, Amsterdam, dem San Francisco Museum of Art sowie dem Städel, Frankfurt/Main, vertreten

Günther Förg vertritt zentrale Positionen der deutschen Gegenwartskunst. Sein Werk greift Errungenschaften der klassischen Moderne auf und stellt sie zugleich bewusst infrage. Sein vielgestaltiges Œuvre umfasst Malerei, Fotografie und Skulptur und zeichnet sich durch eine unverwechselbare Verbindung von Strenge und sinnlicher Offenheit aus.
Die vorliegende großformatige Papierarbeit aus dem Jahr 1990 gehört zu jener Werkphase, in der Förg sich intensiv mit linearen Ordnungen und seriellen Strukturen auseinandersetzt. Ein offenes Raster aus vertikalen, grünlich geführten Linien trifft auf horizontale, in erdigen, dunklen Tönen geführte Bahnen. Diese scheinbar konstruktive Ordnung bleibt jedoch bewusst instabil: Linien verlaufen, überlagern sich und verlieren an Präzision, wodurch ein spannungsreiches Wechselspiel zwischen Struktur und Auflösung entsteht.
Charakteristisch ist Förgs Umgang mit dem Material. Die lasierenden, teils verlaufenden Grauschichten lassen das Papier als Bildträger sichtbar und erzeugen eine vibrierende Oberfläche. Der malerische Prozess bleibt jederzeit nachvollziehbar – ein zentrales Anliegen des Künstlers, der die Autonomie der Geste gegenüber der strengen Form behauptet.
In dieser Balance aus kontrollierter Setzung und bewusst zugelassener Unschärfe liegt die besondere Qualität der Arbeit. Förg knüpft hier an Positionen der Minimal Art und der europäischen Nachkriegsmoderne an, unterläuft deren formale Strenge jedoch zugunsten einer unmittelbaren, körperlich erfahrbaren Bildwirkung.
Die Arbeit steht exemplarisch für Förgs Fähigkeit, mit reduzierten Mitteln eine dichte, atmosphärisch aufgeladene Bildsprache zu entwickeln – und zählt damit zu den überzeugenden Beispielen seiner Papierarbeiten der frühen 1990er Jahre.