Helmut Kolle (Helmut Vom Hügel)
Junger sitzender Mann mit Reithose
Beschreibung
• Farbintensive Arbeit des sensiblen Helmut Kolle
• Helmut Kolle wurde von Wilhelm Uhde protegiert und in Frankreich bekannt gemacht
• Werke voll stiller Größe und Gedankenintensität, die sich in vielen öffentlichen Sammlungen finden
"Erotisierender Französling" wird Helmut Kolle zu Lebzeiten in Deutschland geschimpft. Doch was ist erotisch am Bild eines jungen Mannes, einsam und gerade so in den Rahmen der Leinwand passend, auf einem Stuhl in eine Leere aus wütendem Rot gezwängt, nachdenklich sich selbst umfassend? Zeigt Kolle hier nicht vielmehr die Isolation junger Männer, gefangen in toxischen Erwartungshaltungen und Selbstansprüchen?
Helmut Kolle wird 1899 in Berlin geboren. 1917/18 lernt er den 20 Jahre älteren Wilhelm Uhde kennen. Dieser wird nicht nur sein Lebenspartner, sondern auch sein Förderer. Er protegiert Kolle, nimmt ihn mit nach Frankreich. Uhde, der Kunsthändler und Mäzen, führt Kolle in die Kunstkreise ein – auch der ebenfalls homosexuelle Alfred Flechtheim gehört dazu. Kolles Partner arbeitet mit Erfolg an der Positionierung des Werkes. Seine Bilder, oft Darstellungen – oder gar Porträts? – junger Männer sind Stereotype mann-männlichen Begehrens, homosexuelle Projektionsflächen wie Boxer, Matrosen oder Reiter. Doch sie sind mehr als reine Abziehbilder. Sie sind mehr als Studien männlicher Isolation. Sie sind Psychogramme des Malers, ja einer ganzen Welt: Helmut Kolles Bilder verhandeln weder nur Begehren, noch nur toxische Erwartungshaltungen. Sie sind am Mittelpunkt zu verorten, wo die Orientungslosigkeit junger Männer auf die Einsamkeit queerer Adoleszenz trifft. Kolle schafft dabei einen ihm ganz eigenen Stil. Anlehnungen an neusachliche Formen, gleichzeitig sinnlich und intim, grobe Formen und zugleich minutiöse Austarierungen fügen sich mühelos ineinander.
Als der zuvor lange kranke Kolle 1931 nur ein Jahr nach dem hier angebotenen Gemälde stirbt, ist sein Lebenswerk zu früh vollendet. Doch bereits zu Lebzeiten ist das Schaffen des Künstlers so geschätzt und bekannt, dass er in den zweifelhaften Genuss von Spott kommt. Heute ist dieser verklungen, seine Werke finden sich in großen Museumssammlungen: In München im Lenbachhaus ebenso wie in der Pinakothek der Moderne, international etwa im Musée National d'Art Moderne, Paris.
• Helmut Kolle wurde von Wilhelm Uhde protegiert und in Frankreich bekannt gemacht
• Werke voll stiller Größe und Gedankenintensität, die sich in vielen öffentlichen Sammlungen finden
"Erotisierender Französling" wird Helmut Kolle zu Lebzeiten in Deutschland geschimpft. Doch was ist erotisch am Bild eines jungen Mannes, einsam und gerade so in den Rahmen der Leinwand passend, auf einem Stuhl in eine Leere aus wütendem Rot gezwängt, nachdenklich sich selbst umfassend? Zeigt Kolle hier nicht vielmehr die Isolation junger Männer, gefangen in toxischen Erwartungshaltungen und Selbstansprüchen?
Helmut Kolle wird 1899 in Berlin geboren. 1917/18 lernt er den 20 Jahre älteren Wilhelm Uhde kennen. Dieser wird nicht nur sein Lebenspartner, sondern auch sein Förderer. Er protegiert Kolle, nimmt ihn mit nach Frankreich. Uhde, der Kunsthändler und Mäzen, führt Kolle in die Kunstkreise ein – auch der ebenfalls homosexuelle Alfred Flechtheim gehört dazu. Kolles Partner arbeitet mit Erfolg an der Positionierung des Werkes. Seine Bilder, oft Darstellungen – oder gar Porträts? – junger Männer sind Stereotype mann-männlichen Begehrens, homosexuelle Projektionsflächen wie Boxer, Matrosen oder Reiter. Doch sie sind mehr als reine Abziehbilder. Sie sind mehr als Studien männlicher Isolation. Sie sind Psychogramme des Malers, ja einer ganzen Welt: Helmut Kolles Bilder verhandeln weder nur Begehren, noch nur toxische Erwartungshaltungen. Sie sind am Mittelpunkt zu verorten, wo die Orientungslosigkeit junger Männer auf die Einsamkeit queerer Adoleszenz trifft. Kolle schafft dabei einen ihm ganz eigenen Stil. Anlehnungen an neusachliche Formen, gleichzeitig sinnlich und intim, grobe Formen und zugleich minutiöse Austarierungen fügen sich mühelos ineinander.
Als der zuvor lange kranke Kolle 1931 nur ein Jahr nach dem hier angebotenen Gemälde stirbt, ist sein Lebenswerk zu früh vollendet. Doch bereits zu Lebzeiten ist das Schaffen des Künstlers so geschätzt und bekannt, dass er in den zweifelhaften Genuss von Spott kommt. Heute ist dieser verklungen, seine Werke finden sich in großen Museumssammlungen: In München im Lenbachhaus ebenso wie in der Pinakothek der Moderne, international etwa im Musée National d'Art Moderne, Paris.