Tony Cragg
Forminifera
Beschreibung
• Seltene Installation von musealer Qualität, seit 30 Jahren in Privatbesitz
• Cragg ist einer der innovativsten und wandlungsfähigsten Bildhauer der internationalen Gegenwartskunst
• Seine Werke befinden sich in Museumssammlungen weltweit; Installationen aus der "Foraminifera"- Serie u.a. im Kunstmuseum Wolfsburg, dem MUDAM, Luxemburg, dem Museo Nacional de Arte Reina Sofia, Madrid und dem MART in Rovereto
Zitat: "Foraminifera" ist ein Ensemble aus Gips. Gips wiederum ist ein Sediment, das aus Foraminiferen besteht – dem ältesten Mineralgewebe der Erde. Sie haben teilweise skelettartige Formen. Schon während diese Arbeit entstand, habe ich immer von Foraminifera gesprochen. Den Akt der Betitelung gab es in diesem Fall also gar nicht." Tony Cragg 2016
Anfang der 1990er Jahre entfernt sich Tony Craggs skulpturale Sprache von den frühen materialbasierten Assemblagen, die oft aus gefundenen Materialien bestehen und gesellschaftliche wie ökologische Fragen reflektieren. Mit der Werkserie der "Foraminifera" beginnt er, aus dem für ihn bedeutsamen Material Gips autonome, organisch anmutende Formbildungen im Raum zu entwickeln.
Die hier vorliegende, museale 12-teilige Installation "Forminifera" gehört zu den größten und komplexesten der nur wenige Werke umfassenden Serie.
Ein wesentlicher Aspekt in Tony Craggs Werk ist die Verbindung von Kunst und Naturwissenschaft. Seine lebenslange Beschäftigung mit Fossilien und mineralischen Formen prägt dabei seine Vorstellung von Skulptur als "Formenfund": Die Natur liefert ihm ein unerschöpfliches Reservoir an Strukturen, die er künstlerisch transformieren kann. In "Forminifera" wird diese Idee besonders deutlich. Die Einzelformen der Installation erscheinen zugleich vertraut und fremd: Ihre Silhouetten erinnern an Gefäße oder archaische Objekte, während ihre perforierte Oberfläche aus sandgestrahltem, gehärtetem Gips an biologische Strukturen wie Korallen oder mikroskopisch vergrößerte Organismen denken lässt. Diese Anmutung ist programmatisch, denn der Titel verweist auf Foraminiferen, eine Gattung winziger, einzelliger Meeresorganismen, deren Kalkschalen mit unzähligen feinen Poren durchsetzt sind. In einer Skizze, die die Anordnung der Einzelelemente im Radius von drei Metern festlegt, bezeichnet Cragg diese "gefundenen" Formen später frei assoziativ als "tooth", "stamp", "witch hat" oder "cooling tower" und deutet damit spielerisch die Verbindung von Mikro- zu Makrokosmos an. Charakteristisch für Foraminifera ist die präzise Anordnung der Einzelelemente, die keinen geschlossenen Körper bilden, sondern ein Bezugssystem im Raum bilden. Die 12 Skulpturen treten in einen Dialog miteinander, ihre unterschiedlichen Größen und Krümmungen erzeugen eine dynamische Spannung, ein Experimentierfeld, in dem Cragg zentrale Prinzipien seiner späteren Werkgruppen erstmals in installativer Klarheit erprobt. "Forminifera" wird so zum Vorläufer von Arbeiten wie Rational Beings, in denen Cragg die Transformation von Gefäß- und Körperformen in dynamische, oft spiralige Strukturen weiterentwickelt. Die in der Installation angelegte Idee der morphologischen Metamorphose – von einfachen, zellartigen Einheiten zu komplexen Gebilden – bleibt ein zentrales Motiv seines späteren Schaffens.
• Cragg ist einer der innovativsten und wandlungsfähigsten Bildhauer der internationalen Gegenwartskunst
• Seine Werke befinden sich in Museumssammlungen weltweit; Installationen aus der "Foraminifera"- Serie u.a. im Kunstmuseum Wolfsburg, dem MUDAM, Luxemburg, dem Museo Nacional de Arte Reina Sofia, Madrid und dem MART in Rovereto
Zitat: "Foraminifera" ist ein Ensemble aus Gips. Gips wiederum ist ein Sediment, das aus Foraminiferen besteht – dem ältesten Mineralgewebe der Erde. Sie haben teilweise skelettartige Formen. Schon während diese Arbeit entstand, habe ich immer von Foraminifera gesprochen. Den Akt der Betitelung gab es in diesem Fall also gar nicht." Tony Cragg 2016
Anfang der 1990er Jahre entfernt sich Tony Craggs skulpturale Sprache von den frühen materialbasierten Assemblagen, die oft aus gefundenen Materialien bestehen und gesellschaftliche wie ökologische Fragen reflektieren. Mit der Werkserie der "Foraminifera" beginnt er, aus dem für ihn bedeutsamen Material Gips autonome, organisch anmutende Formbildungen im Raum zu entwickeln.
Die hier vorliegende, museale 12-teilige Installation "Forminifera" gehört zu den größten und komplexesten der nur wenige Werke umfassenden Serie.
Ein wesentlicher Aspekt in Tony Craggs Werk ist die Verbindung von Kunst und Naturwissenschaft. Seine lebenslange Beschäftigung mit Fossilien und mineralischen Formen prägt dabei seine Vorstellung von Skulptur als "Formenfund": Die Natur liefert ihm ein unerschöpfliches Reservoir an Strukturen, die er künstlerisch transformieren kann. In "Forminifera" wird diese Idee besonders deutlich. Die Einzelformen der Installation erscheinen zugleich vertraut und fremd: Ihre Silhouetten erinnern an Gefäße oder archaische Objekte, während ihre perforierte Oberfläche aus sandgestrahltem, gehärtetem Gips an biologische Strukturen wie Korallen oder mikroskopisch vergrößerte Organismen denken lässt. Diese Anmutung ist programmatisch, denn der Titel verweist auf Foraminiferen, eine Gattung winziger, einzelliger Meeresorganismen, deren Kalkschalen mit unzähligen feinen Poren durchsetzt sind. In einer Skizze, die die Anordnung der Einzelelemente im Radius von drei Metern festlegt, bezeichnet Cragg diese "gefundenen" Formen später frei assoziativ als "tooth", "stamp", "witch hat" oder "cooling tower" und deutet damit spielerisch die Verbindung von Mikro- zu Makrokosmos an. Charakteristisch für Foraminifera ist die präzise Anordnung der Einzelelemente, die keinen geschlossenen Körper bilden, sondern ein Bezugssystem im Raum bilden. Die 12 Skulpturen treten in einen Dialog miteinander, ihre unterschiedlichen Größen und Krümmungen erzeugen eine dynamische Spannung, ein Experimentierfeld, in dem Cragg zentrale Prinzipien seiner späteren Werkgruppen erstmals in installativer Klarheit erprobt. "Forminifera" wird so zum Vorläufer von Arbeiten wie Rational Beings, in denen Cragg die Transformation von Gefäß- und Körperformen in dynamische, oft spiralige Strukturen weiterentwickelt. Die in der Installation angelegte Idee der morphologischen Metamorphose – von einfachen, zellartigen Einheiten zu komplexen Gebilden – bleibt ein zentrales Motiv seines späteren Schaffens.