Max Ernst

Déchets d'oeuvres („Abfälle vom Werk“)
Lot ID
Lotto 557
Artista
Max Ernst
Ausstellung
Max Ernst. Déchets d'Atelier - Lueurs de Génie, Galerie Alphones Chave, Vence 1968 ;
Exhibition of works by Max Ernst, The Seibu Museum of Art, Tokyo/Museum of Modern Art Hyogo, Kobe 1977, cat. no. 123, b/w illus;
Max Ernst. Abfälle vom Werk/Déchets d'oeuvres. Originals and prints from the Peter Schamoni Collection, Villa Böhm, Neustadt/Weinstraße 1978, b/w illus. on the cover ;
Max Ernst. Retrospective, Haus der Kunst, Munich/Nationalgalerie, Berlin 1979, cat. no. 324, b/w illus. p. 345, label on verso ;
Max Ernst - Collagen, Inventar und Widerspruch, Kunsthalle, Tübingen et al. 1988/89, cat. no. 240, b/w ill. 535, color plate 105, verso with label or corresponding shipping label ;
Journeys of discovery to Max Ernst. The Peter Schamoni Collection, Max Ernst Museum, Brühl 2013, col. Illus. p. 151.
Letteratura
Schamoni, Peter, Max Ernst Maximiliana, die widerrechtliche Ausübung der Astronomie, Munich 1974, b/w illus. p. 46;
Spies, Werner, Max Ernst - Collagen, Inventar und Widerspruch, Cologne 1974, cat. no. 535, b/w ill.
Provenienza
Galerie Alphonse Chave, Vence, with the label on the verso;
Collection Peter Schamoni, Munich, acquired from the aforementioned;
Collection, Austria.
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Descrizione
• Max Ernst nutzt die Collage zur Entwicklung surrealer Momente
• Vorlage für ein Plakat einer Ernst-Ausstellung
• Aus der Sammlung des berühmten Filmproduzenten Peter Schamoni

Ist das Kunst oder kann das weg?
Dieser allgemein bekannten Kalauer kann im Fall von Max Ernsts Arbeit klar beantwortet werden: Es ist Abfall, und genau deswegen Kunst!
Denn „Déchtets d'oeuvres“ bedeutet nichts anderes als „Kunstabfall“ und verweist so direkt auf die Machart des Werkes. Was wir hier sehen ist eine Collage, in welcher Ernst verschiedene gefundene Papierdrucke, etwa botanische Lehrabbildungen oder Reklame, in einen neuen surrealistischen Zusammenhang bringt. 1968 ist die große Zeit des Surrealismus zwar bereits vorbei, doch Ernst sammelt hier abermals auf, was der Fundus ihm bietet, um ein Plakat für seine große Ausstellung anzufertigen. Was wir hier sehen, ist somit Selbstreferenz und Plakatvorlage in einem.

Über den Inhalt darf, ganz in surrealer Manier, gerätselt werden: Unten ein Damenschuh auf schräg aufgebrachtem Steinbrockenfeld. Darüber der Längsschnitt eines längst vergessenen Objekts vor den Blütenstämmen einer Pflanzenillustration.

Die Arbeit stammt aus der Sammlung des berühmten deutschen Filmproduzenten Peter Schamoni. Ab den späten 1960er Jahren dreht dieser zahlreiche Künstlerporträts. Mit Max Ernst verbindet Schamoni dabei mehr als ein professionelles Verhältnis, über Jahrzehnte sind die beiden befreundet. von seinen Künstlerporträtfilmen sind daher fünf Max Ernst gewidmet. Schamoni prägt so das öffentliche Bild des Künstlers in Deutschland entscheidend mit, seine Filme über Ernst werden von der Kritik gefeiert – sein kommerziell größter Erfolg bleibt jedoch „Zur Sache Schätzchen“ mit Uschi Glas.

Das Werk war Vorlage für eine Fotolithografie, die als Plakat für die 1968 stattfindende Ausstellung „Déchets d'Atelier – Lueurs de Génie“ der Galerie Alphonse Chave in Vence diente (vgl. WVZ Spies/Leppien A 16).

Spies/Metken/Pech 4368.