Georg Tappert
Varieté
Beschreibung
• Gemälde mit leuchtend bunter Farbpalette und starken Komplementärkontrasten
• Frauen aus der exotischen Halbwelt Berlins sind ein häufiges Thema des Künstlers in den 1920er/30er Jahren
• Deutliche Einflüsse des Kubismus und Fauvismus
Die Faszination für den Glamour der Goldenen Zwanziger Jahre ist bis heute ungebrochen. Inmitten eines extremen Spannungsfelds sozialer Gegensätze und der zum Scheitern verurteilten jungen Weimarer Republik wird Berlin zur Metropole von enormer Anziehungskraft – eine Weltstadt im Rausch mit allen Facetten. Das reiche Freizeitangebot der Varietés, Tanzbars und Kinos prägt die Nächte ebenso wie Drogen und Prostitution. Große Teile der Bevölkerung leben in bitterer Armut und versuchen am Abend, dem Alltag zu entfliehen. Der Kurfürstendamm wird zur Prachtmeile und zum Mittelpunkt vergnügungssüchtiger Massen. Das Berlin der 1920er Jahre ist größter Industriestandort Europas und zählt 1929 bereits über vier Millionen Einwohner. Berlin ist eine Stadt, die Abenteuer garantiert, ein Sündenpfuhl, verrucht und gefährlich, Anziehungspunkt und Zentrum für alle, die sich amüsieren wollen, und eine Hochburg der Kriminalität. Eine Stadt mit gleichsam ausgeprägter Oberschicht wie Unterwelt, die ihre Einwohner herausfordert, sie zugleich ängstigt und fasziniert und an der kein Kulturschaffender der Zeit vorbeikommt.
Der 1880 in Berlin geborene Georg Tappert ist einer der ersten deutschen Künstler, der die großstädtische Vergnügungswelt als Bildthema entdeckt. Aufgewachsen in der Friedrichstraße, der damaligen Vergnügungsmeile der Stadt, kommt er schon in seiner Kindheit mit Mode und der Berliner Halbwelt in Berührung. In seinem Werk der Zwanziger- und Dreißigerjahre widmet sich der Künstler vorwiegend den Frauen des exotischen Milieus, die in Cafés, Varietés, Nachtbars und Zirkussen arbeiten.
Mit großem Einfühlungsvermögen zeigt er die Menschen der Großstadt in all ihren Facetten, ohne dabei der kühlen Distanz der Neuen Sachlichkeit oder dem sozialkritischen Verismus der Zeit zu verfallen. Bestärkt durch die revolutionäre Stimmung der Novembergruppe, deren Mitinitiator er 1918 ist, sucht Tappert neue Stilmittel zur Steigerung der Ausdruckskraft. So finden sich im vorliegenden Gemälde deutliche Einflüsse des Kubismus und Futurismus mit ihrer Formenzergliederung in facettenartige Teilbereiche. Mit einer vom Fauvismus beeinflussten leuchtendbunten Farbpalette stellt Tappert zwei Varieté-Sängerinnen dar, eine blonde und eine dunkelhaarige, stark geschminkt in dekolletierten Abendkleidern, dahinter leuchtet die Bühnenkulisse mit exotischen Pflanzen.
• Frauen aus der exotischen Halbwelt Berlins sind ein häufiges Thema des Künstlers in den 1920er/30er Jahren
• Deutliche Einflüsse des Kubismus und Fauvismus
Die Faszination für den Glamour der Goldenen Zwanziger Jahre ist bis heute ungebrochen. Inmitten eines extremen Spannungsfelds sozialer Gegensätze und der zum Scheitern verurteilten jungen Weimarer Republik wird Berlin zur Metropole von enormer Anziehungskraft – eine Weltstadt im Rausch mit allen Facetten. Das reiche Freizeitangebot der Varietés, Tanzbars und Kinos prägt die Nächte ebenso wie Drogen und Prostitution. Große Teile der Bevölkerung leben in bitterer Armut und versuchen am Abend, dem Alltag zu entfliehen. Der Kurfürstendamm wird zur Prachtmeile und zum Mittelpunkt vergnügungssüchtiger Massen. Das Berlin der 1920er Jahre ist größter Industriestandort Europas und zählt 1929 bereits über vier Millionen Einwohner. Berlin ist eine Stadt, die Abenteuer garantiert, ein Sündenpfuhl, verrucht und gefährlich, Anziehungspunkt und Zentrum für alle, die sich amüsieren wollen, und eine Hochburg der Kriminalität. Eine Stadt mit gleichsam ausgeprägter Oberschicht wie Unterwelt, die ihre Einwohner herausfordert, sie zugleich ängstigt und fasziniert und an der kein Kulturschaffender der Zeit vorbeikommt.
Der 1880 in Berlin geborene Georg Tappert ist einer der ersten deutschen Künstler, der die großstädtische Vergnügungswelt als Bildthema entdeckt. Aufgewachsen in der Friedrichstraße, der damaligen Vergnügungsmeile der Stadt, kommt er schon in seiner Kindheit mit Mode und der Berliner Halbwelt in Berührung. In seinem Werk der Zwanziger- und Dreißigerjahre widmet sich der Künstler vorwiegend den Frauen des exotischen Milieus, die in Cafés, Varietés, Nachtbars und Zirkussen arbeiten.
Mit großem Einfühlungsvermögen zeigt er die Menschen der Großstadt in all ihren Facetten, ohne dabei der kühlen Distanz der Neuen Sachlichkeit oder dem sozialkritischen Verismus der Zeit zu verfallen. Bestärkt durch die revolutionäre Stimmung der Novembergruppe, deren Mitinitiator er 1918 ist, sucht Tappert neue Stilmittel zur Steigerung der Ausdruckskraft. So finden sich im vorliegenden Gemälde deutliche Einflüsse des Kubismus und Futurismus mit ihrer Formenzergliederung in facettenartige Teilbereiche. Mit einer vom Fauvismus beeinflussten leuchtendbunten Farbpalette stellt Tappert zwei Varieté-Sängerinnen dar, eine blonde und eine dunkelhaarige, stark geschminkt in dekolletierten Abendkleidern, dahinter leuchtet die Bühnenkulisse mit exotischen Pflanzen.