Max Liebermann
Der Nutzgarten in Wannsee nach Südwesten
Beschreibung
• Meisterhafte Darstellung des Nutzgartens am Wannsee
• Typische impressionistische Lichtstimmung
• Eines der beliebtesten Motive in Liebermanns Œuvre
Im Sommer 1909 erwirbt Max Liebermann eines der letzten freien Wassergrundstücke in der Villenkolonie Alsen am Wannsee und lässt sich dort von Paul Otto Baumgarten ein Sommerhaus errichten – sein "Schloss am See", wie er es im Juli 1910 in einem Brief an Adolph Goldschmidt nennt. Die Gartenanlage entwickelt er gemeinsam mit Alfred Lichtwark; der straßenseitige Nutzgarten, nach dem Vorbild norddeutscher Bauerngärten mit breiten Staudenrabatten beidseits eines axialen Kieswegs angelegt, wird ab den 1910er Jahren zu einem der dichtesten Bildmotive von Liebermanns Spätwerk.
Die vorliegende, 1920 datierte Arbeit zeigt diesen Bereich von einer der reizvollsten Seiten: der Blick geht nach Südwesten, in eine Tiefe, die nicht durch perspektivische Konstruktion, sondern durch die malerische Staffelung der Vegetation entsteht. Das hochstehende Sommerlicht durchsetzt das Laubwerk in feinen Aufhellungen, lässt die Baumkronen in unterschiedlichen Grünwerten changieren und legt sich in warmen Reflexen auf den Kiesweg, der in einem zarten Rosa-Grau das Bild nach vorne öffnet. Davor die locker gefügte Staudenrabatte, gesetzt in raschen, pastosen Tupfern in reinem Weißes, gebrochenen Rot und warmen Orange. Über der dunkleren Tiefe der Obstbäume und Birken steht ein klares Sommerblau, das den Blütenakzenten zusätzliche Leuchtkraft verleiht.
Es ist eben diese Spontaneität, mit der Liebermann das Licht im Garten einfängt, die seine Wannseegartenbilder schon zu Lebzeiten zu seinen begehrtesten Arbeiten macht. Innerhalb der Werkgruppe nimmt das vorliegende Gemälde einen besonderen Platz ein: 1921 greift Liebermann nahezu denselben Bildausschnitt in zwei großformatigen Fassungen erneut auf – das hier verzeichnete Werk steht mithin am Beginn dieser konzentrierten Auseinandersetzung mit dem Motiv. Der freie, ungebundene Pinselduktus, der souveräne Farbauftrag und die atmosphärische Geschlossenheit machen die Arbeit zu einem charakteristischen Beispiel der späten Wannsee-Jahre, in dem sich der private Bildraum des Künstlers und die malerische Aufmerksamkeit auf Licht, Farbe und Bewegung im Pflanzenbestand auf das Schönste verbinden.
Eine umfangreiche Provenienzrecherche führte zu keinerlei Hinweisen auf einen verfolgungsbedingten Vermögensentzug.
• Typische impressionistische Lichtstimmung
• Eines der beliebtesten Motive in Liebermanns Œuvre
Im Sommer 1909 erwirbt Max Liebermann eines der letzten freien Wassergrundstücke in der Villenkolonie Alsen am Wannsee und lässt sich dort von Paul Otto Baumgarten ein Sommerhaus errichten – sein "Schloss am See", wie er es im Juli 1910 in einem Brief an Adolph Goldschmidt nennt. Die Gartenanlage entwickelt er gemeinsam mit Alfred Lichtwark; der straßenseitige Nutzgarten, nach dem Vorbild norddeutscher Bauerngärten mit breiten Staudenrabatten beidseits eines axialen Kieswegs angelegt, wird ab den 1910er Jahren zu einem der dichtesten Bildmotive von Liebermanns Spätwerk.
Die vorliegende, 1920 datierte Arbeit zeigt diesen Bereich von einer der reizvollsten Seiten: der Blick geht nach Südwesten, in eine Tiefe, die nicht durch perspektivische Konstruktion, sondern durch die malerische Staffelung der Vegetation entsteht. Das hochstehende Sommerlicht durchsetzt das Laubwerk in feinen Aufhellungen, lässt die Baumkronen in unterschiedlichen Grünwerten changieren und legt sich in warmen Reflexen auf den Kiesweg, der in einem zarten Rosa-Grau das Bild nach vorne öffnet. Davor die locker gefügte Staudenrabatte, gesetzt in raschen, pastosen Tupfern in reinem Weißes, gebrochenen Rot und warmen Orange. Über der dunkleren Tiefe der Obstbäume und Birken steht ein klares Sommerblau, das den Blütenakzenten zusätzliche Leuchtkraft verleiht.
Es ist eben diese Spontaneität, mit der Liebermann das Licht im Garten einfängt, die seine Wannseegartenbilder schon zu Lebzeiten zu seinen begehrtesten Arbeiten macht. Innerhalb der Werkgruppe nimmt das vorliegende Gemälde einen besonderen Platz ein: 1921 greift Liebermann nahezu denselben Bildausschnitt in zwei großformatigen Fassungen erneut auf – das hier verzeichnete Werk steht mithin am Beginn dieser konzentrierten Auseinandersetzung mit dem Motiv. Der freie, ungebundene Pinselduktus, der souveräne Farbauftrag und die atmosphärische Geschlossenheit machen die Arbeit zu einem charakteristischen Beispiel der späten Wannsee-Jahre, in dem sich der private Bildraum des Künstlers und die malerische Aufmerksamkeit auf Licht, Farbe und Bewegung im Pflanzenbestand auf das Schönste verbinden.
Eine umfangreiche Provenienzrecherche führte zu keinerlei Hinweisen auf einen verfolgungsbedingten Vermögensentzug.