Ernst Ludwig Kirchner

Mädchen im Badetub
Künstler
Ernst Ludwig Kirchner
1880 Aschaffenburg - Frauenkirch/Davos 1938
Weitere Informationen
Verso mit dem Stempel "Unverkäuflich / E L Kirchner". Seltene, frühe Lithografie des Künstlers.

Gercken 261.
Ausstellung
Nolde, Schmidt-Rottluff und Freunde. Die Sammlung Martha und Paul Rauert. Hamburg 1905–1958, Ernst Barlach Haus, Hamburg u. a. 1999–2000, Kat.-Nr. 39, Abb. S. 46, verso auf der Rahmenrückpappe mit zwei Etiketten.
Provenienz
Nachlass des Künstlers, verso mit dem Basler Stempel (Lugt 1570b) und der handschriftlichen Registriernummer "L 96 I" sowie den Vermerken "K 3490" und "C 1897";
Sammlung Martha und Paul Rauert, Hamburg;
Ketterer, München 10.6.2017, Los 213;
Privatsammlung, Norddeutschland, bei Vorgenannter erworben.
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Beschreibung
• Lithografie mit intimer Badeszene, die aufgrund der direkten Zeichnung Kirchners auf den Lithostein ihren spontanen zeichnerischen Charakter behält
• Sehr seltenes Blatt, von dem nur 5 Abzüge bekannt sind: zwei davon befinden sich im Brücke-Museum in Berlin und in der National Gallery of Art in Washington
• Aus der bedeutenden Sammlung des Hamburger Mäzenenpaares Martha und Paul Rauert, das zu den frühesten Förderern der "Brücke"-Künstler und des Expressionismus zählt

Aktdarstellungen zählen seit den Sommerausflügen der "Brücke"-Künstler an die Moritzburger Seen zu den Hauptmotiven Ernst Ludwig Kirchners. Technikübergreifend finden sie sich in zahlreichen Variationen in seinem umfangreichen Œuvre wieder. Kirchner sucht in der Nacktheit der Badenden die Natürlichkeit und Ursprünglichkeit, die ihn inspiriert und zu künstlerischen Höchstleistungen antreibt. Neben Akten im Freien wird gerade das Motiv des "Akts im Badetub" zu einem seiner bekanntesten Bildsujets. Statt in der freien Natur zeigt er dabei junge Frauen und Mädchen bei ihrer alltäglichen Waschroutine in häuslicher Umgebung. Die 1908 entstandene nur in wenigen Abzügen gedruckte Lithografie "Mädchen im Badetub" steht exemplarisch für dieses wunderbar intime Sujet. Kirchner wählt dafür keine konventionelle Ansicht, sondern eine künstlerisch besonders interessante Perspektive von oben herab auf den am Boden stehenden Badezuber. Im selben Jahr fertigt er noch zwei weitere Druckgrafiken mit ähnlichen Motiven (Gercken 261 u. 262) als auch das Gemälde "Akt in Badewanne von oben gesehen" (WVZ Gordon 50).