Gabriele Münter

"Buntes Blumenbild"
Künstler
Gabriele Münter
1877 Berlin - Murnau 1962
Weitere Informationen
Verso auf dem Keilrahmen mit der handschriftlichen Werknummer "23/54", sowie dem Etikett mit der alten Inventarnummer "475" und dem Etikett mit der Nachlass Nr. "B 87", diese ist nochmals verso auf der Leinwand vermerkt.
Provenienz
Nachlass der Künstlerin, verso auf der Leinwand mit dem Stempel;
Gabriele Münter -und Johannes Eichner-Stiftung, München (bis 2007);
Karl & Faber, 25.5.2007, Los 1008;
Privatbesitz, Süddeutschland.
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Beschreibung
• Aus dem Nachlass der Künstlerin
• Charakteristisches Blumenstillleben aus der reifen Schaffensphase Münters, eines ihrer zentralen Bildthemen
• Prägnante, farbintensive Komposition mit typischer Vereinfachung der Form und klarer Konturführung

Das Blumenstillleben spielt im Spätwerk Gabriele Münters eine zentrale Rolle. Weniger in der Lage zu reisen, konzentriert sich die Künstlerin nun auf die Motive aus der nächsten Umgebung, dabei ganz besonders auf die Blumen, die sie aus dem eigenen Garten holt. Hier findet sie noch einmal zu ornamentaler Reduktion und malerischer Verdichtung. Das vorliegende Werk ist ein besonders gelungenes Zeugnis dieses Prozesses: Vor einem farbig zurückhaltenden, durch die dynamische Pinselführung und die Variationen in der Helligkeit jedoch bewegten Hintergrund stehen auf angedeuteter runder Tischplatte zwei Blumenvasen, die - ebenso wie die Blütenköpfe durch dunkle Konturen klar umrissen sind und in Beziehung zur Bildfläche gesetzt werden. Auch die leuchtenden, teilweise monochromen, pastos aufgetragenen Farbpartien des bunten Straußes verstärken den Eindruck der Flächigkeit. Räumlichkeit und Bewegung entstehen durch die zahlreichen Überlagerungen, ein Kompositionsprinzip, das an den japanischen Farbholzschnitt denken lässt. Stärker noch wird aber hier, wie so oft bei Münter, die bayerische Volkskunst als Bezugspunkt sichtbar.