Carl Spitzweg

Der Einsiedler
Künstler
Carl Spitzweg
Weitere Informationen
Roennefahrt 1224; Wichmann 841.
Epoche
(1808 - München - 1885)
Technik
Gemälde
Literatur
Günther Roennefahrt, Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, S. 271, Kat.-Nr. 1224, mit Abb;Siegfried Wichmann, Carl Spitzweg und die französischen Zeichner, Ausst.-Kat., Haus der Kunst, München 1985, S. 502, Kat.-Nr. 744, Abb. auf S. 393;Siegfried Wichmann, Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke, Stuttgart 2002, S. 366, Kat.-Nr. 841, mit farb. Abb.
Provenienz
Hugo Helbing, München, Auktion, 19.12.1910, Los 271, Taf. 4 (mit dem Titel „Lesender Einsiedler“);Privatbesitz, Kempten;Van Ham, Köln, Auktion, 19.11.2010, Los 726;seitdem in Privatbesitz, Süddeutschland.
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Öl auf Holz. (Um 1875). 14 x 10 cm. Verso mit dem Nachlassstempel (Lugt 2307). Gerahmt.

Beschreibung
Im Zuge der Säkularisation kirchlicher Güter wurden in den Jahren 1802/03 im Kurfürstentum Bayern Hunderte Klöster enteignet. Doch das kulturelle und geistige Leben kam dadurch nicht gänzlich zum Erliegen – es verlagerte sich vielmehr ins Private. Viele der plötzlich heimatlos gewordenen Mönche zogen sich in die Abgeschiedenheit der Wälder zurück, wo sie oft ein stilles, bescheidenes Leben führten. Diese Lebensweise faszinierte Künstler und Schriftsteller gleichermaßen. Während Moritz von Schwind und Ludwig Richter das Thema in einer spätromantischen, idealisierenden Weise aufgriffen, zeigte Carl Spitzweg in zahlreichen Varianten Eremiten, Klausner und Mönche, die sich trotz ihres Rückzugs eine stille Lebensfreude bewahrt haben. Auch in der vorliegenden Ölskizze aus seinem Spätwerk, in warmen Goldbraun-Tönen gemalt, begegnen wir einem Mönch, der auf einer steinernen Bank neben einem Brunnentrog sitzt und in die Heilige Schrift vertieft ist. Szenen wie diese erfreuten sich besonders beim städtischen Publikum großer Beliebtheit, da sie eine längst verloren geglaubte Sehnsucht nach Muße und innerer Einkehr widerspiegelten.