Max Kaus

"Tulpen"
Künstler
Max Kaus
1891 - Berlin - 1977
Weitere Informationen
Schmitt-Wischmann 152.
Provenienz
Sammlung Heinrich Vetter, Ilvesheim;
Lempertz, Köln 13.12.2003, Sammlung Heinrich Vetter, Los 159;
Privatbesitz, Berlin.
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Beschreibung
• Entstanden in der künstlerisch erfolgreichsten Zeit des Künstlers in den 1920er Jahren
• Harmonische und gleichzeitig expressive spannende Komposition
• Ungewöhnlich großes Format für ein Stillleben

Trotz seines hohen Ansehens, dass er als Professor an der Hochschule der bildenden Künstle und als Akademiemitglied bei seinen Künstlerkollegen besaß, zählt Max Kaus nach wie vor zu den weniger bekannten Malern der Moderne. Geprägt wird er von der engen Freundschaft zu Erich Heckel, den er während des Kriegsdienstes als Sanitäter im Ersten Weltkrieg kennenlernt, und dem Kontakt zu Karl Schmidt-Rottluff und Otto Mueller. Doch führt diese Bekanntschaft mit den älteren Künstlern und ehemaligen "Brücke"-Mitgliedern nicht zu einer epigonenhaften Nachahmung des Expressionismus‘ sondern viel mehr zu einer ganz eigenständigen Fortentwicklung und Formensprache. Kaus malt nicht im expressionistischen Affekt, nicht im Freien, sondern wohlüberlegt und komponiert im Atelier. "Die Ordnung im Bilde in der Form und in der Farbe sind mir wichtig, denn erst dann finden Ausdruck und Lebendigkeit der Empfindung den ihr gemäßen Platz". Kaus‘ Œuvre ist geprägt von Landschaft- und Menschendarstellung sowie zahlreichen Stillleben. Die prägenden Gestaltungselemente Farbe und Licht sind bei nahezu all seinen Werken ein wesentliches Kompositionsmerkmal. So auch bei dem Werk "Tulpen" aus dem Jahr 1929, dass sich durch eine fein abgestimmte warme Farbharmonie auszeichnet. Doch Kaus begnügt sich keineswegs mit einer harmonischen – überspitzt gesagt langweiligen – Blumendarstellung. Sein Gemälde ist zusätzlich von einer wunderbar expressiven Spannung durchdrungen: Trotz des ungewöhnlichen übergroßen Formates für ein Stillleben scheinen die roten langstieligen Tulpen den Bildrahmen fast zu sprengen und der dargestellte Raum dahinter kaum ins Bild zu passen: Tisch, Bank und Fensterbrett sowie das Gemälde an der Wand sind allesamt angeschnitten, nur das kleine blühende Azaleenstämmchen findet sich noch Platz neben der großen Blumenvase. Kaus beschreibt seinen schöpferischen Prozess als "Kampf zwischen statuarischer Gebautheit, malerischer Gelassenheit und expressiver Unruhe", doch zugleich ist es "(…) immer auch mein Bestreben gewesen, meinen Arbeiten eine Ordnung zu geben, die meinem Rhythmus entspricht". Es ist ein fröhlicher, lebendiger und zeitloser Rhythmus, der auch fast hundert Jahre nach Entstehung des Gemäldes den Betrachter in seinen Bann zieht.