Adolf Erbslöh
Gewitterlandschaft („Desenberg im Gewitter“)
Descrizione
• Zentrales Landschaftsmotiv Erbslöhs, Symbol für das Spannungsfeld zwischen Natur und innerem Erleben
• Typische Farbpalette mit flammenden Kontrasten und leuchtenden Blaugrüntönen
• Marktfrisch aus langjährigem Privatbesitz
Wie ein Feuerkegel ragt er in den finsteren Gewitterhimmel empor: der Desenberg bei Warburg. Erbslöh entdeckt diesen markanten Inselberg bei seinen Fronturlauben zur Kriegszeit als eindringliches Motiv. Der Berg liegt wenige Kilometer von der Burg Calenberg, die Erbslöhs Schwiegervater Hugo Schuchard gehört. Zwischen 1915 und 1920 wird diese Erhebung mit ihrer Burgruine als krönendem Gipfel zum bevorzugten Landschaftsmotiv des Malers – vielleicht sein Versuch, in trostlosen Zeiten etwas festzuhalten, das auch über den Krieg und dessen Folgen hinweg Bestand haben würde. In seinem gesamten Werk bleibt es das einzige Bild, in dem Erbslöh einen einsamen Berg mitten in einer weiten Ebene wählt, anstatt eine sanft abgestufte Berglandschaft zu präsentieren. Auf fast konzeptionelle Weise spielt er hier mit der Kluft zwischen der realen, greifbaren Form des Berges und der inneren, subjektiven Wahrnehmung des Künstlers.
Der dramatisch strukturierte Vordergrund und die tosend aufgetürmten Wolken steigern die monumentale Wirkung des Berges. In einem glühenden, fast surrealen Licht getaucht dominiert er den bedrohlichen Himmel. Die Farbpalette, typisch für Erbslöh, besteht aus satten Grün-, Blau- und Blaugrüntönen, die durch kräftige Kontraste – wie das flammende Orange oder das Rosa der Fabrik – noch intensiver wirken. Mit präzise gesetzten, schnellen Pinselstrichen schafft er eine dichte, fast greifbare Atmosphäre, die den Betrachter förmlich in die Landschaft hineinzieht. In dieser einzigartigen Darstellung der Natur entwickelt Erbslöh seinen individuellen Stil weiter – eine Mischung aus freiem Ausdruck und streng analytischer Formensprache, die ihm zu einer unverwechselbaren Stellung in der Kunstwelt verhilft. Einzigartig bleibt sein Spiel mit extremen Perspektiven und Blickführungen. „Meine künstlerische Entwicklung geht wohl vom Expressionismus über eine Periode des vom Kubismus beeinflussten strengen, fast starren Bildaufbaus zu einem Naturgefühl“, beschreibt er rückblickend die Evolution seines Stils. Die vorliegende Arbeit bleibt noch stark dem Expressionismus verhaftet.
Erbslöh beschäftigt sich bis Anfang der 1920er Jahre mit dem Kegelberg: Die Lithografie „Blick auf den Desenberg mit Wolken und der Fabrik rechts“ (vgl. Wille, Das Graphische Werk, Karl & Faber, München 1982, Kat.-Nr. 14) entsteht 1923, als letzte Arbeit zu diesem Thema.
Verso auf dem Keilrahmen und Rahmen mit diversen handschriftlichen Bezeichnungen und Nummerierungen.
Salmen/Billeter 1916/8.
• Typische Farbpalette mit flammenden Kontrasten und leuchtenden Blaugrüntönen
• Marktfrisch aus langjährigem Privatbesitz
Wie ein Feuerkegel ragt er in den finsteren Gewitterhimmel empor: der Desenberg bei Warburg. Erbslöh entdeckt diesen markanten Inselberg bei seinen Fronturlauben zur Kriegszeit als eindringliches Motiv. Der Berg liegt wenige Kilometer von der Burg Calenberg, die Erbslöhs Schwiegervater Hugo Schuchard gehört. Zwischen 1915 und 1920 wird diese Erhebung mit ihrer Burgruine als krönendem Gipfel zum bevorzugten Landschaftsmotiv des Malers – vielleicht sein Versuch, in trostlosen Zeiten etwas festzuhalten, das auch über den Krieg und dessen Folgen hinweg Bestand haben würde. In seinem gesamten Werk bleibt es das einzige Bild, in dem Erbslöh einen einsamen Berg mitten in einer weiten Ebene wählt, anstatt eine sanft abgestufte Berglandschaft zu präsentieren. Auf fast konzeptionelle Weise spielt er hier mit der Kluft zwischen der realen, greifbaren Form des Berges und der inneren, subjektiven Wahrnehmung des Künstlers.
Der dramatisch strukturierte Vordergrund und die tosend aufgetürmten Wolken steigern die monumentale Wirkung des Berges. In einem glühenden, fast surrealen Licht getaucht dominiert er den bedrohlichen Himmel. Die Farbpalette, typisch für Erbslöh, besteht aus satten Grün-, Blau- und Blaugrüntönen, die durch kräftige Kontraste – wie das flammende Orange oder das Rosa der Fabrik – noch intensiver wirken. Mit präzise gesetzten, schnellen Pinselstrichen schafft er eine dichte, fast greifbare Atmosphäre, die den Betrachter förmlich in die Landschaft hineinzieht. In dieser einzigartigen Darstellung der Natur entwickelt Erbslöh seinen individuellen Stil weiter – eine Mischung aus freiem Ausdruck und streng analytischer Formensprache, die ihm zu einer unverwechselbaren Stellung in der Kunstwelt verhilft. Einzigartig bleibt sein Spiel mit extremen Perspektiven und Blickführungen. „Meine künstlerische Entwicklung geht wohl vom Expressionismus über eine Periode des vom Kubismus beeinflussten strengen, fast starren Bildaufbaus zu einem Naturgefühl“, beschreibt er rückblickend die Evolution seines Stils. Die vorliegende Arbeit bleibt noch stark dem Expressionismus verhaftet.
Erbslöh beschäftigt sich bis Anfang der 1920er Jahre mit dem Kegelberg: Die Lithografie „Blick auf den Desenberg mit Wolken und der Fabrik rechts“ (vgl. Wille, Das Graphische Werk, Karl & Faber, München 1982, Kat.-Nr. 14) entsteht 1923, als letzte Arbeit zu diesem Thema.
Verso auf dem Keilrahmen und Rahmen mit diversen handschriftlichen Bezeichnungen und Nummerierungen.
Salmen/Billeter 1916/8.