Pierre-Auguste Renoir
Femme nue allongée
Beschreibung
• Sinnliche, idealisierte Frauenfigur aus Renoirs Spätwerk – ein zeitloses Schönheitsideal in meisterhafter Farbkomposition
• Klassisches Odaliskenmotiv mit subtiler Erotik und raffinierter Inszenierung von Form und Farbe
• Hochkarätige Provenienz: u. a. Sammlung Georges Urion und Hatchik Sevadjian, zwei bekannte Pariser Kunstsammler in den 1920er und 1930er Jahren
Pierre-Auguste Renoir zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Künstlern des französischen Impressionismus. Ein zentrales Thema seines Schaffens ist die Darstellung der Frau, die er als Inbegriff von Schönheit und künstlerischer Inspiration versteht. Entsprechend nehmen weibliche Figuren und Porträts einen großen Raum in seinem Werk ein. In seinen frühen Arbeiten fängt Renoir mit zarten, pastelligen Farbtönen eine weiche, lichtdurchflutete Weiblichkeit ein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verändert sich jedoch sein Stil: Die individuellen Gesichtszüge und die körperliche Präsenz seiner Modelle treten zunehmend in den Hintergrund. Ab etwa 1900 entwickelt er einen idealisierten Frauentypus, der weniger durch Persönlichkeit als durch eine allgemeingültige Vorstellung von Schönheit geprägt ist.
Die hier gezeigte liegende Aktfigur greift das Motiv der Odaliske auf – ein im 19. Jahrhundert verbreitetes, erotisch aufgeladenes Bildthema. Ähnlich wie Darstellungen der Venus steht diese Figur für die Idealisierung einer unerreichbaren Weiblichkeit. Für den alternden und gesundheitlich eingeschränkten Künstler dürfte dieses Motiv eine besondere Bedeutung gehabt haben. Im Unterschied zu Jean-Auguste-Dominique Ingres’ berühmter "Großen Odaliske" sucht Renoirs Modell keinen Blickkontakt mit dem Betrachter. Stattdessen wendet sie ihm den Rücken zu. Auf einen Arm gestützt, wirkt sie, als lausche sie einer Person außerhalb des Bildraums.
Farblich lebt das Gemälde vom Kontrast zwischen den kühlen Tönen der Haut und dem warmen Orange-Rot des Sessels im Hintergrund. Die weichen Rundungen des Körpers spiegeln sich in der geschwungenen Form der Sessellehne wider und schaffen eine harmonische, in sich geschlossene Komposition. Trotz eines scheinbar spontanen, skizzenhaften Farbauftrags gelingt es Renoir, den weiblichen Körper sensibel und zugleich eindrucksvoll in Szene zu setzen. Die Figur erscheint dabei zugleich präsent und entrückt, bewusst und doch von einer gewissen Unschuld geprägt.
Das Gemälde befand sich im Laufe seiner Geschichte in mehreren bedeutenden Sammlungen. Zu seinen früheren Besitzern zählt der Pariser Kunstsammler Georges Urion (1865–1954), Eigentümer des Kaufhauses Pygmalion. Teile seiner Sammlung wurden am 30. und 31. Mai 1927 in der Galerie Georges Petit in Paris versteigert, darunter Werke von Renoir, Degas, Boudin und Marquet. Bei dieser Auktion erwirbt der armenische Kunsthändler Hatchik Sevadjian (auch Svadjian) das Gemälde.
Sevadjian wird 1884 in Istanbul geboren. Sein Vater, ein Goldschmied am Hof des Sultans, übersiedelt 1897 mit der Familie nach Antwerpen und lässt sich 1902 als Kunsthändler in Paris nieder. Hatchik Sevadjian folgt diesem Weg und entwickelt sich zu einem angesehenen Händler. Er spezialisiert sich auf Antiquitäten aus der griechischen, römischen, ägyptischen und indischen Kultur sowie auf Werke französischer Maler des 19. Jahrhunderts, darunter Delacroix, Renoir, Monet und Cézanne. Der Großteil seiner Sammlung wurde 1932 im Auktionshaus Drouot in Paris versteigert.
• Klassisches Odaliskenmotiv mit subtiler Erotik und raffinierter Inszenierung von Form und Farbe
• Hochkarätige Provenienz: u. a. Sammlung Georges Urion und Hatchik Sevadjian, zwei bekannte Pariser Kunstsammler in den 1920er und 1930er Jahren
Pierre-Auguste Renoir zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Künstlern des französischen Impressionismus. Ein zentrales Thema seines Schaffens ist die Darstellung der Frau, die er als Inbegriff von Schönheit und künstlerischer Inspiration versteht. Entsprechend nehmen weibliche Figuren und Porträts einen großen Raum in seinem Werk ein. In seinen frühen Arbeiten fängt Renoir mit zarten, pastelligen Farbtönen eine weiche, lichtdurchflutete Weiblichkeit ein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verändert sich jedoch sein Stil: Die individuellen Gesichtszüge und die körperliche Präsenz seiner Modelle treten zunehmend in den Hintergrund. Ab etwa 1900 entwickelt er einen idealisierten Frauentypus, der weniger durch Persönlichkeit als durch eine allgemeingültige Vorstellung von Schönheit geprägt ist.
Die hier gezeigte liegende Aktfigur greift das Motiv der Odaliske auf – ein im 19. Jahrhundert verbreitetes, erotisch aufgeladenes Bildthema. Ähnlich wie Darstellungen der Venus steht diese Figur für die Idealisierung einer unerreichbaren Weiblichkeit. Für den alternden und gesundheitlich eingeschränkten Künstler dürfte dieses Motiv eine besondere Bedeutung gehabt haben. Im Unterschied zu Jean-Auguste-Dominique Ingres’ berühmter "Großen Odaliske" sucht Renoirs Modell keinen Blickkontakt mit dem Betrachter. Stattdessen wendet sie ihm den Rücken zu. Auf einen Arm gestützt, wirkt sie, als lausche sie einer Person außerhalb des Bildraums.
Farblich lebt das Gemälde vom Kontrast zwischen den kühlen Tönen der Haut und dem warmen Orange-Rot des Sessels im Hintergrund. Die weichen Rundungen des Körpers spiegeln sich in der geschwungenen Form der Sessellehne wider und schaffen eine harmonische, in sich geschlossene Komposition. Trotz eines scheinbar spontanen, skizzenhaften Farbauftrags gelingt es Renoir, den weiblichen Körper sensibel und zugleich eindrucksvoll in Szene zu setzen. Die Figur erscheint dabei zugleich präsent und entrückt, bewusst und doch von einer gewissen Unschuld geprägt.
Das Gemälde befand sich im Laufe seiner Geschichte in mehreren bedeutenden Sammlungen. Zu seinen früheren Besitzern zählt der Pariser Kunstsammler Georges Urion (1865–1954), Eigentümer des Kaufhauses Pygmalion. Teile seiner Sammlung wurden am 30. und 31. Mai 1927 in der Galerie Georges Petit in Paris versteigert, darunter Werke von Renoir, Degas, Boudin und Marquet. Bei dieser Auktion erwirbt der armenische Kunsthändler Hatchik Sevadjian (auch Svadjian) das Gemälde.
Sevadjian wird 1884 in Istanbul geboren. Sein Vater, ein Goldschmied am Hof des Sultans, übersiedelt 1897 mit der Familie nach Antwerpen und lässt sich 1902 als Kunsthändler in Paris nieder. Hatchik Sevadjian folgt diesem Weg und entwickelt sich zu einem angesehenen Händler. Er spezialisiert sich auf Antiquitäten aus der griechischen, römischen, ägyptischen und indischen Kultur sowie auf Werke französischer Maler des 19. Jahrhunderts, darunter Delacroix, Renoir, Monet und Cézanne. Der Großteil seiner Sammlung wurde 1932 im Auktionshaus Drouot in Paris versteigert.