Sam Francis

Ohne Titel (SF92-91)
Künstler
Sam Francis
1923 San Mateo/Kalifornien - Santa Monica 1994
Weitere Informationen
Laut der Sam Francis Foundation kann das Werk in unterschiedlichen Ausrichtungen präsentiert werden – ­sowohl horizontal als auch vertikal.

Das Werk ist im "Sam Francis: Online Catalogue Raisonné Project" unter der Nr. SF92-91 verzeichnet.
Provenienz
1994 Nachlass des Künstlers, verso mit dem Stempel, Signaturstempel und handschriftlichen Archiv- bzw. Inventarnummern;
1998 Gallery Delaive, Amsterdam, verso auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett;
Privatsammlung, Belgien;
Privatsammlung, Europa.
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Beschreibung
• Charakteristisches Spätwerk, in dem sich Francis’ Bildsprache von offenen Farbräumen zu energetisch aufgeladenen Farbclustern entwickelt
• Vielschichtige Komposition aus frei gesetzten Farbformationen, linearen Einschreibungen und dynamischen Drippings in leuchtenden Blau-, Türkis-, Violett- und Magentatönen
• Atmosphärische Verbindung aus gestischer Spontaneität, rhythmischer Struktur und jener lichtdurchwirkten Transparenz, die Francis’ späte Arbeiten prägt

Das vorliegende Werk "Ohne Titel (SF92-91)" gehört dem späten Schaffen von Sam Francis an und offenbart, wie sich seine Bildsprache über die Jahrzehnte entwickelt hat. Farbe und Raum bleiben zentral, doch Struktur und Organisation haben sich verändert. Zunehmend verteilt sich die Farbe nicht mehr primär als schwebende Formation im offenen Raum, sondern verdichtet sich zu komplexen, energetisch aufgeladenen Clustern. Farbfelder stoßen gegeneinander, überlagern sich und entwickeln eine beinahe eruptive Dynamik.
Diese Entwicklung kündigt sich bereits in den Arbeiten der 1970er Jahre an, als Francis nach seiner Rückkehr nach Japan geometrischere Grundstrukturen und schärfer gegeneinandergesetzte Weißräume entwickelt.
Die vorliegende Komposition entfaltet sich als dichtes Geflecht aus frei über die Bildfläche verteilten Farbclustern, linearen Einschreibungen und fein zerstäubten Spritzern, die sich rhythmisch über den weißen Bildgrund bewegen. Francis entwickelt ein vielschichtiges Netz einzelner Farbereignisse, die miteinander korrespondieren und die Fläche nahezu pulsierend beleben. Vor allem die kühlen Blau-, Türkis- und Violetttöne bestimmen die Gesamtwirkung, werden jedoch immer wieder von kräftigen roten und magentafarbenen Akzenten durchbrochen. Schwungvolle Linien, Schleuderspuren und Drippings durchziehen die Komposition und verleihen ihr eine große Beweglichkeit.
Gleichzeitig behalten die Werke der 1990er Jahre jene besondere Leuchtkraft und Transparenz, die Francis’ Malerei unverwechselbar machen. Die biomorphen, zellularen Formen pulsieren gleichsam mit innerem Licht und erinnern an mikroskopische oder kosmische Strukturen – an Zellen, Atome oder Planetensysteme. Gerade hierin wird deutlich, wie sehr Francis’ Kunst von der Vorstellung einer universellen, nahezu grenzenlosen Energie getragen wird.
"Los Angeles ist für das Licht in meinen Arbeiten am besten. Das New Yorker Licht ist hart. Das Licht in Paris ist ein schönes Himmelsgrau. Aber das Licht in Los Angeles ist klar und strahlend, sogar, wenn es dunstig ist."