Paula Modersohn-Becker
Zwei Mädchen an einem Birkenstamm stehend
Beschreibung
• Zum diesjährigen 150. Geburtstag der Künstlerin Würdigung mit zahlreichen Ausstellungen u. a. in Bremen und Dresden
• Typische Atmosphäre und Motivik der jungen Künstlerin
• Bild aus dem Nachlass Otto Modersohns
Es ist Abend geworden. Inmitten der Worpsweder Landschaft aus Feldern, von Baumreihen und einem kleinen Bauchlauf in Farbflächen strukturiert, lehnen sich zwei Mädchen an eine Birke. Die Sonne scheint müde – oder ist es gar der aufgehende Mond? Die Beiden strahlen ebenfalls eine Sattheit des Tages aus. In schnellem Pinselstrich wirft Modersohn-Becker die Szenerie hin: Zwar erkennen wir Weite und Leere, doch das Dargestellte beschränkt sich eher auf ein Ahnen denn ein Erkennen. Einer Erinnerung gleich verschwimmen Details, werden unscharf. So sind die Gesichter auf fasziale Kernelemente beschränkt, erlauben (heute) keine Wiedererkennung.
Paula Modersohn-Beckers Stieftochter Elsbeth Modersohn, das Kind ihres Gatten aus erster Ehe, dürfte hier nicht dargestellt sein. Elsbeth ist in den ersten der ohnehin nicht zahlreichen Ehejahren oft Motiv der Gemälde. Hier jedoch ist keine erst Dreijährige gezeigt, wie Vergleiche mit anderen Gemälden aus der Zeit nahelegen. Vielleicht sind es zwei Mädchen aus der Kolonie oder aus dem Dorf, die hier gezeigt werden. Vielleicht Zufallsbegegnungen, schnell skizziert oder nur in der Erinnerung festgehalten und dann im Atelier in Tempera fixiert? Oder ist es eine geplante Komposition, die jungen Modelle bezahlt in der einmaligen Möglichkeit, das Künstlerinnenatelier zu erkunden? So oder so, das Motiv der Kinder in verschiedenen Altersstufen finden wir in dieser Zeit immer wieder – Paula Modersohn-Becker verhandelt hier Jugend, Mutter/Kind-Beziehungen, Heranwachsen und Schutzbedürftigkeit des Flüchtigen.
Paula Modersohn-Beckers Stil ist hier unverkennbar. Der gekonnte Farbeinsatz und die Unschärfe lassen ihr Bild gerade nicht zu melancholisch erscheinen. Sie sind sehnsüchtiges Festhalten von alltäglichem Zauber: Bald wird der Tag vorbei sein, die Sonne gesunken, der Mond aufgegangen. Bald werden die Mädchen keine Mädchen mehr sein. Bald wird Paula Modersohn-Becker weiterziehen.
Anlässlich des 150. Geburtstags der Malerin am 8. Februar 2026, wird auf die wegweisende Künstlerin zurückgeblickt und sie mit zahlreichen Ausstellungen geehrt.
• Typische Atmosphäre und Motivik der jungen Künstlerin
• Bild aus dem Nachlass Otto Modersohns
Es ist Abend geworden. Inmitten der Worpsweder Landschaft aus Feldern, von Baumreihen und einem kleinen Bauchlauf in Farbflächen strukturiert, lehnen sich zwei Mädchen an eine Birke. Die Sonne scheint müde – oder ist es gar der aufgehende Mond? Die Beiden strahlen ebenfalls eine Sattheit des Tages aus. In schnellem Pinselstrich wirft Modersohn-Becker die Szenerie hin: Zwar erkennen wir Weite und Leere, doch das Dargestellte beschränkt sich eher auf ein Ahnen denn ein Erkennen. Einer Erinnerung gleich verschwimmen Details, werden unscharf. So sind die Gesichter auf fasziale Kernelemente beschränkt, erlauben (heute) keine Wiedererkennung.
Paula Modersohn-Beckers Stieftochter Elsbeth Modersohn, das Kind ihres Gatten aus erster Ehe, dürfte hier nicht dargestellt sein. Elsbeth ist in den ersten der ohnehin nicht zahlreichen Ehejahren oft Motiv der Gemälde. Hier jedoch ist keine erst Dreijährige gezeigt, wie Vergleiche mit anderen Gemälden aus der Zeit nahelegen. Vielleicht sind es zwei Mädchen aus der Kolonie oder aus dem Dorf, die hier gezeigt werden. Vielleicht Zufallsbegegnungen, schnell skizziert oder nur in der Erinnerung festgehalten und dann im Atelier in Tempera fixiert? Oder ist es eine geplante Komposition, die jungen Modelle bezahlt in der einmaligen Möglichkeit, das Künstlerinnenatelier zu erkunden? So oder so, das Motiv der Kinder in verschiedenen Altersstufen finden wir in dieser Zeit immer wieder – Paula Modersohn-Becker verhandelt hier Jugend, Mutter/Kind-Beziehungen, Heranwachsen und Schutzbedürftigkeit des Flüchtigen.
Paula Modersohn-Beckers Stil ist hier unverkennbar. Der gekonnte Farbeinsatz und die Unschärfe lassen ihr Bild gerade nicht zu melancholisch erscheinen. Sie sind sehnsüchtiges Festhalten von alltäglichem Zauber: Bald wird der Tag vorbei sein, die Sonne gesunken, der Mond aufgegangen. Bald werden die Mädchen keine Mädchen mehr sein. Bald wird Paula Modersohn-Becker weiterziehen.
Anlässlich des 150. Geburtstags der Malerin am 8. Februar 2026, wird auf die wegweisende Künstlerin zurückgeblickt und sie mit zahlreichen Ausstellungen geehrt.