Egon Schiele
„Vom Berg Isel“ (Bauernhaus am Berg Isel)
Beschreibung
• Entstanden 1917 während Schieles Tätigkeit als Militärzeichner in Tirol
• Direkt verbunden mit einem Brief an Edith Schiele: „Jetzt gehe ich Bauernhäuser zeichnen.“
• Eigenständiges, signiertes Skizzenblatt mit exemplarischer architektonischer Klarheit
Im Sommer 1917 ist Egon Schiele als Militärzeichner in Tirol tätig. Diese Dienstreisen führen ihn nach Innsbruck, ins Stubaital und auf den Berg Isel. Während dieses Aufenthalts begegnet er dem kunstsinnigen Oberleutnant Karl Grünwald, der zu einem wichtigen Förderer seines späten Schaffens wird. In einem Brief an seine Frau Edith schreibt Schiele am 10. Juni 1917 aus Neustift im Stubaital: „Gestern Samstagvormittag war ich auf dem Iselberg […] Jetzt gehe ich Bauernhäuser zeichnen.“
Das vorliegende Blatt „Vom Berg Isel“ entsteht in diesem Kontext – zunächst im Skizzenbuch, doch durch Signatur und Datierung wird es zu einem eigenständigen Werk. Die schwarzen, präzise gesetzten Linien erfassen das Haus mit ruhiger Konzentration. Die Architektur scheint zugleich fest im Hang verankert und von einem inneren Rhythmus durchzogen. Schieles Blick bleibt analytisch, aber nicht nüchtern: Das Zittern der Linie, die leichte Schräglage der Formen, die Verdichtung der Vegetation – all das verleiht dem Bauwerk eine stille Lebendigkeit.
Diese Tiroler Blätter markieren eine wichtige formale Entwicklung in Schieles Œuvre. Statt expressiver Figurenstudien entstehen nun reduzierte, aber hochdifferenzierte Architekturzeichnungen. Die Landschaft wird zur Bühne innerer Ordnung. Wie Jane Kallir betont, integriert Schiele in dieser Werkphase erstmals kleine Figuren, die sich durch die Komposition bewegen; sie verleihen der Szenerie eine leise erzählerische Dimension.
Das „Bauernhaus am Berg Isel“ steht exemplarisch für diese späte Reifung: minimalistisch, aber detailreich, ruhig und doch voller Spannung. Schiele verwandelt den Blick auf ein einfaches Haus in eine Studie über Gleichgewicht, Struktur und das Vergehen der Zeit.
Ein seltenes, stilles Blatt, das in einer Phase äußerer Pflichterfüllung und innerer Klarheit, in der Schiele seine Kunst noch einmal neu definiert, entstanden ist.
Kallir D 2137.
• Direkt verbunden mit einem Brief an Edith Schiele: „Jetzt gehe ich Bauernhäuser zeichnen.“
• Eigenständiges, signiertes Skizzenblatt mit exemplarischer architektonischer Klarheit
Im Sommer 1917 ist Egon Schiele als Militärzeichner in Tirol tätig. Diese Dienstreisen führen ihn nach Innsbruck, ins Stubaital und auf den Berg Isel. Während dieses Aufenthalts begegnet er dem kunstsinnigen Oberleutnant Karl Grünwald, der zu einem wichtigen Förderer seines späten Schaffens wird. In einem Brief an seine Frau Edith schreibt Schiele am 10. Juni 1917 aus Neustift im Stubaital: „Gestern Samstagvormittag war ich auf dem Iselberg […] Jetzt gehe ich Bauernhäuser zeichnen.“
Das vorliegende Blatt „Vom Berg Isel“ entsteht in diesem Kontext – zunächst im Skizzenbuch, doch durch Signatur und Datierung wird es zu einem eigenständigen Werk. Die schwarzen, präzise gesetzten Linien erfassen das Haus mit ruhiger Konzentration. Die Architektur scheint zugleich fest im Hang verankert und von einem inneren Rhythmus durchzogen. Schieles Blick bleibt analytisch, aber nicht nüchtern: Das Zittern der Linie, die leichte Schräglage der Formen, die Verdichtung der Vegetation – all das verleiht dem Bauwerk eine stille Lebendigkeit.
Diese Tiroler Blätter markieren eine wichtige formale Entwicklung in Schieles Œuvre. Statt expressiver Figurenstudien entstehen nun reduzierte, aber hochdifferenzierte Architekturzeichnungen. Die Landschaft wird zur Bühne innerer Ordnung. Wie Jane Kallir betont, integriert Schiele in dieser Werkphase erstmals kleine Figuren, die sich durch die Komposition bewegen; sie verleihen der Szenerie eine leise erzählerische Dimension.
Das „Bauernhaus am Berg Isel“ steht exemplarisch für diese späte Reifung: minimalistisch, aber detailreich, ruhig und doch voller Spannung. Schiele verwandelt den Blick auf ein einfaches Haus in eine Studie über Gleichgewicht, Struktur und das Vergehen der Zeit.
Ein seltenes, stilles Blatt, das in einer Phase äußerer Pflichterfüllung und innerer Klarheit, in der Schiele seine Kunst noch einmal neu definiert, entstanden ist.
Kallir D 2137.