Kurt Schwitters

Ohne Titel (Köstlich)
Lot ID
Lotto 559
Artista
Kurt Schwitters
Ausstellung
the abstract hanover. Buchheister, Domela, Jahns, Nitzschke, Schwitters, Vordemberge-Gildewart, Galerie Bargera, Cologne 1975, cat. no. 51, no illustration, handwritten inscription on verso ;
Kurt Schwitters, Kreissparkasse Hannover, 1989, without catalog ;
Kurt Schwitters. Merz - ein Gesamtweltbild, Museum Tinguely, Basel 2004, cat. no. 107, col. ill. p. 165 ;
Living in the Material World. "Things" in Art of the 20th Century and Beyond, The National Art Center, Tokyo 2007, cat. no. II-1-28, col. ill.
Ella Bergmann-Michel and Robert Michel. Ein Künstlerpaar der Moderne, Sprengel Museum Hannover, 2018, except cat.
Letteratura
Report on the 1988 financial year, Kreissparkasse Hannover, 1988, col. Fig. p. 38;
Orchard, K. and Schulz, I. (eds.), Kurt Schwitters. Works and Documents in the Sprengel Museum, Hanover 1998, cat. no. 47, col. Illus. p. 141.
Provenienza
Robert Michel Collection, Vockenhausen, received directly from the artist;
Private collection, Northern Germany, 1983 by inheritance from the aforementioned, since 1987 on permanent loan to the Sprengel Museum, Hanover.
Aggiungi ai preferiti
Scarica PDF

Share

EmailFacebookLinkedinPinterest

Descrizione
• Detailreiche Collage voller Erzähllust und Entdeckungspotenzial
• Schwitters nutzt hier Alltagsdruckwerke wie Fahrscheine und Servietten, um diese zur Kunst zu erheben
• Aus dem Nachlass des Künstlerpaares Ella Bergmann-Michel und Robert Michel, die seit 1921 mit Kurt Schwitters befreundet waren und mehrfach ihre Werke untereinander tauschten

In seinen legendären Collagenbildern verwandelte Kurt Schwitters das Zufällige in das Notwendige – Fundstücke des Alltags in poetische Kompositionen von bestechender Modernität.
So besticht „köstlich“ durch vermeindlich Altbekanntes. Fahrscheinfragmente längst vergangener Liniennetze treffen auf die titelgebende Goldprägung – und öffnen sich schließlich nicht in die Leere, sondern den Möglichkeitsraum genutzten und doch weißen Papiers. Sein „Schachbild“ fügt Holzstücke zusammen, doch außer dem Namensgebenden Schachbrettmuster entzieht sich die Arbeit jeder Figuration. Erzählt Schwitters hier? Konterkariert er? Collagiert er nach ästhetischem oder ikonografischem Prinzip? Die Wirklichkeit der Bilder, sie ist nicht mehr – es lebe die individuelle Interpretation!

Die Collagen entstehen dabei alle im Umkreis seiner Idee des „Merz“. In einer Zeitung findet Schwitters das Fragment, das Wort „Kommerz“ war der Schere zum Opfer gefallen. So sinnbefreit wird es zum Programm und zur Illusionsfläche für Wort- und Sinnspiele. Mit seinem Festhalten am „Merz“ bleibt Schwitters, wohl auch freiwllig und gern, Außenseiter. Seine Künstlerkolleginnen und Kollegen des DADA lehnten die Idee, überhaupt „Kunst“ zu machen, als bourgeois ab.

Orchard/Schulz 1635.