Gerhard Marcks
Ziegenbock
Beschreibung
• Lebensgroße Figur eines Ziegenbocks mit der für Marcks charakteristischen reduzierten Ausformung
• Entworfen als Brunnenfigur für einen Platz in Köln-Deutz
• Als "Düxer Bock" ist das Tier fest in der Stadtteillegende verwurzelt
Im Auftrag der Stadt Köln entwirft Gerhard Marcks 1963 einen Ziegenbock als Brunnenfigur für einen kleinen Platz an der Lorenzstraße in Köln-Deutz aus Anlass des 500. Jubiläums der Deutzer St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. Im Oktober 1964 wird der Brunnen eingeweiht. Die lebensgroße bronzene Tierfigur steht auf einer 2,5 Meter hohen Steinsäule mit angedeutetem romanischem Würfelkapitell in einem flachen rechteckigen Wasserbecken. Der Brunnen steht seit 1989 unter Denkmalschutz, 1993 folgte der Schutz des gesamten Ensembles mitsamt der zwischen 1959 und 1962 erbauten elf Gebäude, die den Platz umsäumen.
Der Ziegenbock von Gerhard Marcks zeigt die für den Künstler charakteristische Reduzierung in der Ausformung und eine große statuarische Ruhe. Trotz der vereinfachten Form gelingt es Marcks in den naturalistischen Details das typische Wesen des Geißbocks einzufangen, der – wenn man ganz genau hinschaut – verschmitzt zu schmunzeln scheint. Vielleicht ist er sich der Legende, die es um ihn, den berühmten "Düxer Bock", gibt, bewusst?
Der "Düxer Bock" ist das inoffizielle Wappentier des Kölner Stadtteils Deutz (Düx = Kölsch für Deutz) und hat seinen Ursprung in einer alten städtischen Anekdote. Ein armer Deutzer Schneider züchtete Singvögel in kleinen Käfigen vor seiner Werkstatt um seinen kargen Handwerkslohn aufzubessern. Sein Nachbar, ein reicher Steuereinnehmer, der gerne lange schlief, fühlte sich von den früh am Morgen singenden Vögeln gestört und verklagte den Schneider. Vergeblich! Daher kam er auf die Idee, es dem Nachbarn heimzuzahlen: Er kaufte einen Geißbock, hängte ihn in einem großen Korb auf und fütterte ihn kaum. Das hungrige Tier meckerte daraufhin den ganzen Tag und war über die gesamte Straße zu hören. Das Volk war amüsiert und der arme Schneider wurde von nun an nur noch als "Schneider Meckmeckmeck" verspottet. Später ersetzte der Steuereintreiber das lebende Tier durch einen steinernen Ziegenbock an seiner Hauswand. Aber trotz aller Streitereien hatte die Geschichte dann doch ein "Happy End": Die Tochter des Schneiders und der Sohn des Steuereintreibers verliebten sich ineinander und heirateten. Seit 2017 heißt der bislang namenlose kleine Platz auf dem seit 1964 Gerhard Marcks Zeigenbock steht "Am Düxer Bock".
• Entworfen als Brunnenfigur für einen Platz in Köln-Deutz
• Als "Düxer Bock" ist das Tier fest in der Stadtteillegende verwurzelt
Im Auftrag der Stadt Köln entwirft Gerhard Marcks 1963 einen Ziegenbock als Brunnenfigur für einen kleinen Platz an der Lorenzstraße in Köln-Deutz aus Anlass des 500. Jubiläums der Deutzer St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. Im Oktober 1964 wird der Brunnen eingeweiht. Die lebensgroße bronzene Tierfigur steht auf einer 2,5 Meter hohen Steinsäule mit angedeutetem romanischem Würfelkapitell in einem flachen rechteckigen Wasserbecken. Der Brunnen steht seit 1989 unter Denkmalschutz, 1993 folgte der Schutz des gesamten Ensembles mitsamt der zwischen 1959 und 1962 erbauten elf Gebäude, die den Platz umsäumen.
Der Ziegenbock von Gerhard Marcks zeigt die für den Künstler charakteristische Reduzierung in der Ausformung und eine große statuarische Ruhe. Trotz der vereinfachten Form gelingt es Marcks in den naturalistischen Details das typische Wesen des Geißbocks einzufangen, der – wenn man ganz genau hinschaut – verschmitzt zu schmunzeln scheint. Vielleicht ist er sich der Legende, die es um ihn, den berühmten "Düxer Bock", gibt, bewusst?
Der "Düxer Bock" ist das inoffizielle Wappentier des Kölner Stadtteils Deutz (Düx = Kölsch für Deutz) und hat seinen Ursprung in einer alten städtischen Anekdote. Ein armer Deutzer Schneider züchtete Singvögel in kleinen Käfigen vor seiner Werkstatt um seinen kargen Handwerkslohn aufzubessern. Sein Nachbar, ein reicher Steuereinnehmer, der gerne lange schlief, fühlte sich von den früh am Morgen singenden Vögeln gestört und verklagte den Schneider. Vergeblich! Daher kam er auf die Idee, es dem Nachbarn heimzuzahlen: Er kaufte einen Geißbock, hängte ihn in einem großen Korb auf und fütterte ihn kaum. Das hungrige Tier meckerte daraufhin den ganzen Tag und war über die gesamte Straße zu hören. Das Volk war amüsiert und der arme Schneider wurde von nun an nur noch als "Schneider Meckmeckmeck" verspottet. Später ersetzte der Steuereintreiber das lebende Tier durch einen steinernen Ziegenbock an seiner Hauswand. Aber trotz aller Streitereien hatte die Geschichte dann doch ein "Happy End": Die Tochter des Schneiders und der Sohn des Steuereintreibers verliebten sich ineinander und heirateten. Seit 2017 heißt der bislang namenlose kleine Platz auf dem seit 1964 Gerhard Marcks Zeigenbock steht "Am Düxer Bock".