Egon Schiele

Recto: Sitzende Dame im Profil nach links, in blauem Kleid – Verso: Weiblicher Halbakt (Hand, Bauch und Schenkel)
Lot ID
Los 636
Künstler
Egon Schiele
1890 Tulln/Donau - Wien 1918
Weitere Informationen
Kallir D 190 u. D 553a.

Ausstellung (Auswahl):
Egon Schiele: vom Schüler zum Meister, Akademie der bildenden Künste, Wien u.a. 1984-1988, Kat.-Nr. 13 (teilweise Kat.-Nr. 5);
Egon Schiele, Pinacoteca Capitolina, Rom/Museo d’Arte Moderna Ca’ Pesaro, Venedig 1984, Kat.-Nr. 43;
Egon Schiele: 100 Zeichnungen und Aquarelle, Städtische Galerie, Rosenheim, Florenz u.a. 1988-1994, Kat.-Nr. 7 (teilweise Kat.-Nr. 6);
Egon Schiele, Fondation Pierre Gianadda, Martigny 1995, Kat.-Nr. 47;
Hommage à Serge Sabarsky. Klimt. Kokoschka. Schiele. Aquarelle und Zeichnungen, Jahrhunderthalle Hoechst, Frankfurt 1997, Kat.-Nr. 55;
Kunstforeningen (Gammel Strand), Kopenhagen 2002;
Städtische Museen, Heilbronn 2006;
MAN Museum d’Arte Provincia di Nuoro, Nuoro 2007/08.
Provenienz
Nachlass des Künstlers, unten rechts mit dem Stempel;
Anton Peschka jun. (1914-1997), Wien;
Sammlung/Nachlass Serge Sabarsky, New York, 1983 bei Vorgenanntem erworben;
Sammlung/Stiftung Vally Sabarsky, New York.
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Beschreibung
• Vorzeichnung zum verschollenen Gemälde "Damenbildnis im Profil" (Kallir P 109)
• Innovative Nutzung des Bildausschnitts als Handlungsraum
• Aus der renommierten Sammlung von Serge Sabarsky

Was sie da macht, hat uns Egon Schiele vielleicht im Gemälde "Damenbildnis im Profil" offenbart. Das Bild bleibt verschollen, die Vorzeichnung lässt uns raten – und fantasieren. Da sitzt eine Dame, nutzt den Bildausschnitt wie einen Fensterrahmen, in welchen sie sich lässig gesetzt hat … und, nunja, was eigentlich? Womöglich liest sie, informiert sich aus der Tagespresse oder genießt einen Roman, bildet sich mit einer wissenschaftlichen Publikation? Vielleicht geht sie einer Handarbeit nach, stopft Socken, stickt, näht? Liest Erbsen? Rechnet das Hausgeld durch, kalkuliert, bemisst, trifft harte Entscheidungen? Es wird Spekulation bleiben. Zwar zeigt uns Schiele in seiner Zeichnung, wie genial er Bildrahmen zu Handlungsrahmen machen kann, doch die eigentlich intendierte Handlung bleibt uns verborgen. Womöglich bleibt auch im fertig ausgeführten Gemälde verborgen, was hier geschieht und womöglich ist es auch egal. Womöglich ist die Sitzende Imaginationsfläche für unsere Interpretationen und eigene Erzählfreude. Und vielleicht, ganz vielleicht, tut sie etwas Unerhörtes, was wir alle viel zu wenig tun: Einfach mal nichts.