Jan Harmensz. van Bijlert (zugeschrieben)

Der Lautenspieler
Lot ID
Los 10
Live auction
Künstler
Jan Harmensz. van Bijlert (zugeschrieben)
1598 – Utrecht – 1671
Weitere Informationen
Verso unleserlich bezeichnete Etikettreste.
Provenienz
Internationale Privatsammlung.
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Beschreibung
Die Laute galt in der europäischen Renaissance als das vornehmste und zugleich populärste Saiteninstrument – nicht selten als "Königin der Instrumente" bezeichnet. Ihre Ursprünge reichen bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurück, wo Vorformen im altorientalischen Raum nachweisbar sind. Über die kulturellen Kontakte der Kreuzzüge fand das Instrument seinen Weg nach Europa, wo es rasch weiterentwickelt und den musikalischen Bedürfnissen der Zeit angepasst wurde. Um 1500 hatte sich die Laute fest im musikalischen Leben etabliert und prägte über Generationen hinweg sowohl höfische als auch bürgerliche Musikkultur.
Unser Gemälde zeigt einen jungen Lautenspieler, der ebenso sehr als Verkörperung zeitgenössischer Eleganz wie als Musiker erscheint. Seine Erscheinung ist von modischem Raffinement geprägt: Der breitkrempige Hut mit einer rötlich schimmernden Straußenfeder sitzt noch sorgfältig auf dem Haupt, während die üppige Kleidung bereits in eine suggestive Unordnung gerät. Der entblößte Oberkörper wird nur noch vom Korpus der Laute bedeckt, während rote und weiße Stoffbahnen in malerischem Faltenwurf herabgleiten.
Weniger als ein individuelles Porträt oder eine präzise instrumentenkundliche Wiedergabe interessiert den Künstler die Evokation einer Haltung: Die Laute fungiert hier als Attribut jugendlicher Lebenslust, als Zeichen von Modebewusstsein und kultivierter Sinnlichkeit. In der Verbindung von Musik, Körper und Stofflichkeit entfaltet sich ein Bild, das die flüchtige Eleganz und das hedonistische Selbstverständnis seiner Zeit in eindrucksvoller Weise verdichtet.