Willy Jaeckel
Mädchen im roten Kleid (Lotte Wilke)
Beschreibung
Mit dem "Mädchen im roten Kleid" gelingt Willy Jaeckel 1925 eines jener Bildnisse, die seinen Ruf als einen der gefragtesten Porträtisten Berlins begründen. Im selben Jahr wird er als Lehrer an die Hochschule für Kunsterziehung berufen, drei Jahre später erhält er den Georg-Schlicht-Preis für das "schönste deutsche Frauenporträt". Die Dargestellte ist Marie-Charlotte Gmelin-Wilke (1906–1982), genannt Lotte, seine Schülerin, die zusammen mit ihrem Bruder Ulfert bei ihm studiert. Bereits 1923 hatte Jaeckel beide Geschwister in dem Doppelbildnis "Geschwister Wilke" festgehalten, das sich heute im Märkischen Museum Berlin befindet.
Vor einem warm modulierten braunen Fond sitzt die junge Frau in Dreiviertelansicht, der Blick konzentriert aus dem Bild geführt. Das tiefe, leuchtende Rot des Kleides nimmt die untere Bildhälfte als geschlossene Farbfläche ein, aus der das fein modellierte Inkarnat von Gesicht, Hals und Arm hervortritt. Diese Bildlösung – das porträthaft genau erfasste Antlitz vor flächig komponiertem Grund – ist charakteristisch für Jaeckels Bildnisse der zwanziger Jahre.
Stilistisch steht das Gemälde mitten in jener Wendung zur Neuen Sachlichkeit, die sich gerade 1925 mit der gleichnamigen Mannheimer Ausstellung als prägende Strömung der zwanziger Jahre formiert. Die nüchterne Haltung, der ernste, beobachtende Blick, die präzise Modellierung der Gesichtszüge und der Verzicht auf jedes ablenkende Beiwerk verbinden das Bildnis mit den großen Porträtisten der Bewegung. Jaeckel verleiht der sachlichen Bildauffassung jedoch eine eigene malerische Sinnlichkeit: Sein Pinsel bleibt geschmeidig und die Modellierung atmet.
Vor einem warm modulierten braunen Fond sitzt die junge Frau in Dreiviertelansicht, der Blick konzentriert aus dem Bild geführt. Das tiefe, leuchtende Rot des Kleides nimmt die untere Bildhälfte als geschlossene Farbfläche ein, aus der das fein modellierte Inkarnat von Gesicht, Hals und Arm hervortritt. Diese Bildlösung – das porträthaft genau erfasste Antlitz vor flächig komponiertem Grund – ist charakteristisch für Jaeckels Bildnisse der zwanziger Jahre.
Stilistisch steht das Gemälde mitten in jener Wendung zur Neuen Sachlichkeit, die sich gerade 1925 mit der gleichnamigen Mannheimer Ausstellung als prägende Strömung der zwanziger Jahre formiert. Die nüchterne Haltung, der ernste, beobachtende Blick, die präzise Modellierung der Gesichtszüge und der Verzicht auf jedes ablenkende Beiwerk verbinden das Bildnis mit den großen Porträtisten der Bewegung. Jaeckel verleiht der sachlichen Bildauffassung jedoch eine eigene malerische Sinnlichkeit: Sein Pinsel bleibt geschmeidig und die Modellierung atmet.