Bernardo Canal
Der Tempel des Antoninus Pius und der Faustina auf dem Forum Romanum
Beschreibung
Die Kirche San Lorenzo in Miranda zählt zu den bemerkenswertesten Bauwerken Roms, insofern sie die Umnutzung eines antiken Tempels nahezu vollständig bewahrt. Ihr Kern geht auf den Tempel des Antoninus Pius und der Faustina auf dem Forum Romanum zurück, der ab 141 n. Chr. dem vergöttlichten Kaiserpaar geweiht war. Seit dem 7. oder 8. Jahrhundert dient der Bau als christliche Kirche und verdankt gerade dieser kontinuierlichen Nutzung seinen außergewöhnlich guten Erhaltungszustand.
Die Umwidmung eines zentralen Heiligtums der römischen Staatsreligion in ein christliches Gotteshaus ist dabei weniger als pragmatischer Akt denn als bewusst gesetztes Zeichen zu verstehen: Im Herzen des antiken Rom tritt an die Stelle der paganen Kulte der christliche Glaube und markiert dessen Anspruch auf religiöse und kulturelle Deutungshoheit.
Im Gemälde von Bernardo Canal erscheint der monumentale Bau schließlich als selbstverständlicher Bestandteil des städtischen Alltags. Die antike Architektur fungiert als Bühne für beiläufige Szenen: Vorübergehende, spielende Figuren und Bettler beleben den Raum. So verbindet sich die historische Bedeutung des Ortes mit der Darstellung eines zeitgenössischen, von Kontinuität geprägten urbanen Lebens. Diese Auffassung ist charakteristisch für Canals Œuvre, das stark von der Bühnenarchitektur geprägt ist und die Stadt weniger als exakt durchdrungenen Raum denn als wirkungsvolle Kulisse begreift.
Damit gehört das Gemälde zu jener Werkgruppe, in der sich vedutenhafte Topographie mit einer barock geprägten, erzählerischen Auffassung verbindet. Zugleich dokumentiert es eindrucksvoll jene künstlerische Phase, in der die venezianische Vedute zu ihrer späteren Blüte geführt wurde – eine Entwicklung, an der Bernardo Canal maßgeblichen Anteil hatte und die in den Werken seines Sohnes Canaletto ihre berühmteste Ausprägung fand.
Mit einer Fotoexpertise von Bożena Anna Kowalczyk (in Kopie vorliegend).
Die Umwidmung eines zentralen Heiligtums der römischen Staatsreligion in ein christliches Gotteshaus ist dabei weniger als pragmatischer Akt denn als bewusst gesetztes Zeichen zu verstehen: Im Herzen des antiken Rom tritt an die Stelle der paganen Kulte der christliche Glaube und markiert dessen Anspruch auf religiöse und kulturelle Deutungshoheit.
Im Gemälde von Bernardo Canal erscheint der monumentale Bau schließlich als selbstverständlicher Bestandteil des städtischen Alltags. Die antike Architektur fungiert als Bühne für beiläufige Szenen: Vorübergehende, spielende Figuren und Bettler beleben den Raum. So verbindet sich die historische Bedeutung des Ortes mit der Darstellung eines zeitgenössischen, von Kontinuität geprägten urbanen Lebens. Diese Auffassung ist charakteristisch für Canals Œuvre, das stark von der Bühnenarchitektur geprägt ist und die Stadt weniger als exakt durchdrungenen Raum denn als wirkungsvolle Kulisse begreift.
Damit gehört das Gemälde zu jener Werkgruppe, in der sich vedutenhafte Topographie mit einer barock geprägten, erzählerischen Auffassung verbindet. Zugleich dokumentiert es eindrucksvoll jene künstlerische Phase, in der die venezianische Vedute zu ihrer späteren Blüte geführt wurde – eine Entwicklung, an der Bernardo Canal maßgeblichen Anteil hatte und die in den Werken seines Sohnes Canaletto ihre berühmteste Ausprägung fand.
Mit einer Fotoexpertise von Bożena Anna Kowalczyk (in Kopie vorliegend).