Rembrandt Harmensz. van Rijn (Schule)

Tobias mit dem Erzengel Raphael
Lot ID
Los 17
Live auction
Künstler
Rembrandt Harmensz. van Rijn (Schule)
1606 Leiden - Amsterdam 1669
Provenienz
Privatbesitz, Süddeutschland;
Privatbesitz Süddeutschland (durch Erbschaft von Vorgenannter).
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Beschreibung
Die alttestamentarische Geschichte vom Buch Tobit, die die Reise des jungen Tobias in Begleitung des Erzengels Raphael schildert, zählt zu den bevorzugten Bildthemen im Umkreis von Rembrandt van Rijn. Die vorliegende Darstellung ist diesem künstlerischen Umfeld zuzuordnen und greift das Motiv der göttlichen Führung in einer ebenso konzentrierten wie einfühlsamen Weise auf.
Im Vordergrund begegnen sich die beiden Figuren in stiller Zuwendung: Der Engel, mit ausgebreiteten Flügeln und in helles Gewand gekleidet, legt Tobias behutsam die Hand auf die Schulter, während dieser, in leuchtend rotem Rock, zu ihm aufblickt. Die zurückhaltende Geste verleiht der Szene eine eindringliche Intimität und macht das Vertrauensverhältnis zwischen himmlischem Begleiter und menschlichem Schützling unmittelbar erfahrbar. Zu ihren Füßen erscheinen die ikonographisch fest etablierten Attribute – der Hund sowie der große Fisch, dessen Fang für die Heilung des Vaters von zentraler Bedeutung ist.
Malerisch zeigt sich deutlich die Prägung durch den Rembrandt-Kreis: Ein warmes, braun-goldenes Kolorit durchzieht die Komposition, aus dem die Figuren durch gezielt gesetzte Lichtakzente hervortreten. Der Raum bleibt bewusst summarisch behandelt und öffnet sich lediglich andeutungsweise in die Tiefe, wodurch die Konzentration ganz auf dem dialogischen Verhältnis der Figuren liegt. Die weiche Modellierung und die ruhige, erzählerische Anlage entsprechen der im Umfeld Rembrandts entwickelten Bildsprache, die weniger auf dramatische Zuspitzung als auf innere Versenkung und emotionale Präsenz zielt. So verbindet das Gemälde erzählerische Klarheit mit stiller Andacht und erweist sich als charakteristische Arbeit aus der Rembrandt-Schule, in der sich die poetische Dichte und das feine Gespür für zwischenmenschliche und zugleich göttliche Beziehung eindrucksvoll entfalten.