Kurt Schwitters

Das Schachbild
Künstler
Kurt Schwitters
Ausstellung
Kurt Schwitters, Lord's Gallery, London 1958, cat. no. 42, no illustration ("Chequered"), label on verso ;
Kurt Schwitters 1887-1948, The Arts Council Gallery, Cambridge et al. 1959-1960, cat. no. 57, no illustration, label on verso ;
Kurt Schwitters. Retrospective, Marlborough Fine Art, London 1963, cat. no. 230, no illustration, label on verso ;
Kurt Schwitters in Exile: The Late Work 1937-1948, Marlborough Fine Art, London 1981, cat. no. 55, b/w illus. p. 129, label on verso ;
Kurt Schwitters, Marlborough Gallery, New York 1985, cat. no. 40, col. Illus. p. 19, with label on verso ;
Robert Rauschenberg. Robert Heinecken, Pace/MacGill Gallery, New York 2002, without catalog (list no. II/5).
Provenienz
Estate of the artist;
Ernst Schwitters Collection, Lysaker/Norway (son of the artist);
Lord's Gallery, London (1958-1966, on commission);
Marlborough Fine Art, London & Marlborough International Fine Art, Vaduz (1971-1985, on commission);
Jean Stein Collection (1934-2017), New York, acquired from the aforementioned in 1985;
Collection, Austria.
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Beschreibung
• Schwitters überträgt das Collageprinzip beinah in die Dreidimensionalität
• Gefundene Holzreste werden zum Arrangement voller Dynamik
• Laut Katalog der Lord's Gallery, London (1958), spielten Kurt Schwitters und sein Sohn Ernst auf diesem selbstgemalten Spielbrett Schach während ihrer gemeinsamen Internierung im Hutchinson Camp in Douglas auf der Isle of Man

In seinen legendären Collagenbildern verwandelte Kurt Schwitters das Zufällige in das Notwendige – Fundstücke des Alltags in poetische Kompositionen von bestechender Modernität.
So besticht „köstlich“ durch vermeindlich Altbekanntes. Fahrscheinfragmente längst vergangener Liniennetze treffen auf die titelgebende Goldprägung – und öffnen sich schließlich nicht in die Leere, sondern den Möglichkeitsraum genutzten und doch weißen Papiers. Sein „Schachbild“ fügt Holzstücke zusammen, doch außer dem Namensgebenden Schachbrettmuster entzieht sich die Arbeit jeder Figuration. Erzählt Schwitters hier? Konterkariert er? Collagiert er nach ästhetischem oder ikonografischem Prinzip? Die Wirklichkeit der Bilder, sie ist nicht mehr – es lebe die individuelle Interpretation!

Die Collagen entstehen dabei alle im Umkreis seiner Idee des „Merz“. In einer Zeitung findet Schwitters das Fragment, das Wort „Kommerz“ war der Schere zum Opfer gefallen. So sinnbefreit wird es zum Programm und zur Illusionsfläche für Wort- und Sinnspiele. Mit seinem Festhalten am „Merz“ bleibt Schwitters, wohl auch freiwllig und gern, Außenseiter. Seine Künstlerkolleginnen und Kollegen des DADA lehnten die Idee, überhaupt „Kunst“ zu machen, als bourgeois ab.

Orchard/Schulz 2769.